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Bei der Überlegung, wann der perfekte Zeitpunkt für den Verkauf Ihrer Immobilie ist, spielen viele Faktoren eine Rolle. Wie ist die Situation am Markt? Sind Sie persönlich wirklich bereit für den Verkauf? Und selbst die Jahreszeit kann in die Überlegung einbezogen werden.
Verkaufszeitpunkt: Marktsituation und Zinsen
Für den erzielbaren Verkaufspreis ist selbstverständlich die allgemeine Lage am Immobilienmarkt interessant. Je höher die Nachfrage, desto teurer können Sie verkaufen. Die letzten Jahre haben gut gezeigt, wie sehr Nachfrageveränderungen Immobilienpreise in die Höhe treiben – und auch wieder nach unten drücken – können.
Solch grundlegende Marktentwicklungen geschehen typischerweise langsam. Viele Verkäufer möchten aus einem bestimmten, akuten Anlass verkaufen. Beispielsweise, um eine andere, größere Immobilie zu erwerben oder an einen anderen Ort umzuziehen. Dadurch ist es meist nicht möglich auf ein verkäuferfreundliches Marktumfeld zu warten.
Ähnlich verhält es sich hinsichtlich der Zinsen zur Finanzierung des Immobilienkaufs. Je geringer die Zinsen, desto einfacher können Interessenten höhere Kreditsummen für den Immobilienkauf aufnehmen. In Zeiten niedriger Zinsen gibt es somit typischerweise einen größeren Interessentenkreis für Ihr Objekt. Die Kreditzinsen sind vom Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) abhängig. Änderungen des Leitzinssatzes geschehen in kleinen Schritten und relativ selten. Deshalb kann die Zinsentwicklung nur beschränkt beim Immobilienverkauf berücksichtigt werden.
Zukunftsprognosen nutzen
Hinsichtlich der Marktentwicklung können auch Zukunftsprognosen nützliche Argumente liefern. Ein Beispiel ist das erwartete Bevölkerungswachstum. Ist absehbar, dass mehr Personen in die Region ziehen möchten, stehen die Chancen gut, dass die Preise steigen werden. Darauf können Sie bei Verkaufsgesprächen hinweisen.
Auch sonstige künftig geplante Umstände können eine Rolle spielen. Etwa der Bau neuer öffentlicher Verkehrsmittel (siehe U5 in Wien, wo diese bei der Vermarktung vieler Wohnungen bereits als Argument dient). Ebenfalls praktisch ist der Verweis auf den Trend steigender Mieten. Denn durch den Kauf einer Immobilie sichern sich Menschen, die bisher zur Miete gewohnt haben, gegen das Risiko weiterer Mieterhöhungen ab.
Welche Zukunftsprognosen sonst noch gute Argumente für den Verkauf Ihrer Immobilie liefern können, ist immer individuell zu prüfen. Hierbei kann es regionale Unterschiede geben und es kommt bei der Wahl der Argumente auch darauf an, ob die Käufer die Liegenschaft selbst nutzen oder vermieten möchten.
Zustand und Vorbereitung der Immobilie können ebenfalls den Verkaufszeitpunkt bestimmen
Während Sie auf Markt- und Zinssituation keinen Einfluss haben, können Sie Ihre Immobilie optimal für den Verkauf vorbereiten. Überlegen Sie, ob es sinnvoll ist, Sanierungsarbeiten durchzuführen, bevor der Verkaufsprozess startet. Einige Pflichtaufgaben sind jedenfalls zu erfüllen.
Sorgen Sie für einen guten ersten Eindruck. Bei einem Haus muss der Garten gepflegt sein. Sauberkeit spielt immer eine wichtige Rolle. Alte, große Möbel können entfernt werden, damit sich Interessenten auf die Immobilie fokussieren können. Umgekehrt ist vielleicht auch Home-Staging hilfreich: Die Immobilie wird modern möbliert, sodass gut erkennbar ist, wie hier künftig gewohnt werde kann.
Die Vorbereitungsmaßnahmen müssen zur Zielgruppe Ihrer Immobilie passen. Bei einem modernen Objekt, das direkt einzugsbereit wäre, kann Home-Staging hilfreich sein. Handelt es sich hingegen um ein sanierungsbedürftiges, altes Haus, in dem noch Möbel der 70er-Jahre stehen, so kann es besser sein, diese zu entfernen. Überlegen Sie deshalb vorab, an wen Sie Ihre Immobilie voraussichtlich veräußern möchten, und passen Sie die Vorbereitungsmaßnahmen individuell an.
Persönliche Bereitschaft zum Immobilienverkauf
Nicht nur die Vorbereitung der Liegenschaft ist wichtig, auch Sie selbst müssen bereit sein, Ihre Immobilie zu verkaufen. Bei einer Wohnung oder einem Haus, mit dem Sie sich sehr verbunden fühlen, kann der Verkauf entsprechend schwerfallen. Das ist besonders der Fall, wenn Sie lange hier gewohnt haben oder es sich um Ihr Elternhaus handelt. Auch, wenn der Verkauf logisch und sinnvoll scheint, ist es verständlich, dass Ihnen der Vorgang nicht leichtfällt.
Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zu hinterfragen, ob Sie den Verkauf wirklich durchführen möchten. Überstürzen Sie Ihre Entscheidung nicht und verkaufen Sie erst, wenn Sie sich damit wirklich gut und sicher fühlen.
Wer den Verkaufsprozess in Ruhe abwickeln kann, befindet sich in einer besseren Verhandlungsposition als bei einem Notverkauf, der möglichst rasch erfolgen muss. Sofern Sie Einfluss darauf haben, versuchen Sie die Umstände so zu gestalten, dass Sie ohne Zeitdruck verkaufen können.
Der perfekte Verkaufszeitpunkt: Jahreszeiten
Die optimale Jahreszeit für einen Immobilienverkauf gibt es nicht. Hierzu spielen zwei Faktoren eine Rolle: Einerseits die Immobilie selbst und andererseits die Wünsche der Interessenten.
Bei einem Einfamilienhaus mit Garten ist der Verkauf im Frühling möglicherweise vorteilhaft. Alles blüht und die Vorfreude auf die Nutzung des Gartens ist naheliegend. Beim Verkauf einer 1-Zimmer-Wohnung in Innenstadtlage spielt die Jahreszeit hingegen wohl kaum eine Rolle, sondern andere Aspekte stehen im Fokus.
Manche Immobilien sind im Winter möglicherweise schwieriger zu verkaufen. Die Immobilie wirkt bei Nebel oder Schnee vielleicht etwas düster. Andererseits kann es Liegenschaften geben, die gerade bei Neuschnee im schönsten Glanz erstrahlen.
Eine pauschale Aussage dazu, in welcher Jahreszeit ein Immobilienverkauf am besten stattfinden sollte, ist somit unmöglich. Achten Sie jedoch darauf, wann Besichtigungstermine stattfinden. Untertags, wenn es hoffentlich sonnig oder ansonsten immerhin hell ist, wirken fast alle Objekte freundlicher als spätabends. Falls Interessenten nur zu einer suboptimalen Uhrzeit kommen können, bieten Sie einen zusätzlichen Besichtigungstermin am Wochenende an, damit sie die Immobilie auch bei Tageslicht unter die Lupe nehmen können.
Sollten Besichtigungen tatsächlich nur abends stattfinden können, achten Sie auf möglichst gute Beleuchtung. Machen Sie außerdem aktiv darauf aufmerksam, dass die gesamte Wohnfläche bei Tageslicht selbstverständlich nochmals deutlich ansprechender wirkt.
Wirklich wichtig: Gute Vorbereitung
Viele Faktoren rund um den Zeitpunkt des Immobilienverkaufs können Sie nicht kontrollieren. Was jedoch in Ihrer Hand liegt, ist, wie gut Sie den Verkauf vorbreiten.
Der erste Schritt ist, selbst tatsächlich sicher zum Verkauf bereit zu sein. Nutzen Sie Ihre Energie, um Ihre Immobilie in das beste Licht zu rücken. Vielleicht sind manch kleine Sanierungsarbeiten vorab zu erledigen, jedenfalls muss alles sauber und gepflegt wirken. Achten Sie darauf, welchen Ersteindruck Ihre Liegenschaft macht. Das gilt für die Vermarktung – denn mit ansprechenden Bildern, einem aussagekräftigen Text und vollständigen Unterlagen wecken Sie das Interesse möglicher Käufer.
Auf die perfekten Umgebungsfaktoren zu warten (Marktsituation, Zinsen, Jahreszeit, etc.) ist riskant bis unmöglich. Schließlich weiß niemand, wie sich diese äußeren Umstände genau entwickeln werden. Überlegen Sie daher genau, ob der Zeitpunkt für den Verkauf gerade für Sie passend erscheint. Überstürzen Sie nichts und bereiten Sie den Verkaufsprozess gut vor. So schaffen Sie die Grundlage für einen zufriedenstellenden Immobilienverkauf.
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