ohne-makler

Photovoltaik: Was Sie über Solarenergie wissen müssen

Photovoltaik-Anlage wird ans Haus gebaut

Eine Immobilie mit einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) auszustatten, kann sich auf mehreren Wegen lohnen. Die eigene Stromproduktion sorgt für mehr Unabhängigkeit, besonders in Kombination mit einem Strom-Speichersystem. Wir fassen das Wichtigste zum Thema für Sie zusammen.

Wie funktioniert eine Photovoltaik-Anlage?

Dank der langen Lebensdauer einer PV-Anlage werten Sie Ihre Immobilie langfristig auf. Aber: Wie funktioniert Solarenergie am eigenen Haus eigentlich?

Eine PV-Anlage besteht aus Solarzellen, bei denen Spannung erzeugt wird, wenn Sonnenlicht eintrifft. Es entsteht Gleichstrom, der im Haushalt noch nicht nutzbar wäre. Doch mit einem Wechselrichter wird diese Energie anschließend zu netzfähigem Wechselstrom. Der Strom kann nun sofort verbraucht, gespeichert oder in das Netz eingespeist werden.

Jedenfalls benötigt werden Photovoltaikmodule, die das Sonnenlicht aufnehmen, der Wechselrichter und entsprechende Leitungen zwischen den Geräten, eine Netzverbindung, ein Stromzähler und eine entsprechende Absicherung im Verteilerkasten. Professionelle Handwerksbetriebe kümmern sich bei der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage um all diese Aspekte – von den Modulen am Dach bis hin zum sicheren Netzanschluss.

Arten von Photovoltaik-Anlagen

Für Immobilienbesitzer gibt es in Österreich unterschiedliche Möglichkeiten, Photovoltaik-Technologie zu nutzen. Egal, ob kleine Wohnung oder großes Einfamilienhaus, für fast alle stehen Optionen offen:

  • PV-Anlage für Einfamilienhaus: Die klassische PV-Anlage am Dach eines Einfamilienhauses ist der Klassiker, um selbst Strom zu erzeugen. Je nach Dachfläche sind Anlagen mit ca. 5 bis 12 Kilowattpeak (kWp) möglich.
  • PV-Anlage für Mehrparteienhaus: Bei einem Mehrparteienhaus kann die Dachfläche genutzt werden, um Strom zu erzeugen. Der Stromverbrauch für Allgemeinflächen (Aufzug, Beleuchtung etc.) kann damit teilweise abgedeckt werden. Überschüssiger Strom wird wie bei einer Anlage auf einem Einfamilienhaus ins Netz eingespeist.
  • Photovoltaikanlagen auf Nebengebäuden: Eine PV-Anlage kann auch auf Nebengebäuden errichtet werden – beispielsweise am Dach der Garage oder auch auf einem Gartenhaus. Häufig genutzt werden solche Installationen beispielsweise als Stromquelle für eine Wall-Box.
  • Freiflächenanlagen: Diese Anlagen werden auf einer Unterkonstruktion wie z. B. aus Stahl errichtet. Für Privatpersonen sind Freiflächenanlagen meist nur eine Option, wenn z. B. bei einer großen Landwirtschaft viel Platz vorhanden ist und eine entsprechende Widmung vorliegt.
  • Balkonkraftwerk: Dabei handelt es sich um eine Kleinstanlage, die auf geringer Fläche installiert werden kann. Manche dieser Anlagen lassen sich sogar mit einem Speicher verknüpfen. Die Kapazität der gesamten Anlage ist gering. Für eine Mini-PV-Anlage (bis 800 Watt Peak) ist keine Genehmigung des Netzbetreibers nötig, die Anlage muss jedoch dem Netzbetreiber gemeldet werden.

Abseits dieser typischen Möglichkeiten gibt es noch spezielle Anlagen wie z. B. zur Anbringung an der Fassade oder als Zaun. In der Praxis kommen diese Lösungen noch selten vor.

Vor- und Nachteile einer Photovoltaik-Anlage

Ohne auf technische Details einzugehen, liegen die Vorteile einer Photovoltaik-Anlage auf der Hand:

  • Unabhängigkeit: Selbst erzeugter Strom sorgt für (teilweise) Unabhängigkeit von Preisentwicklungen an den Energiemärkten.
  • Ökologischer Aspekt: Je mehr Strom selbst hergestellt wird, desto weniger Großkraftwerke werden benötigt.
  • Regionalität: Dank Energiegemeinschaften und Smart-Meter kann der erzeugte Strom regional bzw. ganz gezielt mit anderen geteilt werden.
  • Stromausfall: Mit einem zusätzlichen, notstromfähigen Stromspeicher können Stromausfälle überbrückt werden.

Selbstverständlich gibt es auch Nachteile, die bei einer PV-Anlage zu bedenken sind:

  • Amortisationsdauer: Da künftige Strom- und Netzpreise unbekannt sind, ist es unmöglich, die genaue Amortisationsdauer der Anlage vorab zu ermitteln.
  • Montagemöglichkeiten: Bei manchen Immobilien ist die Montage nur eingeschränkt möglich. Sei es wegen der Ausrichtung oder wegen Nachbarn – es kann Einschränkungen hinsichtlich der Umsetzbarkeit geben.
  • Platzbedarf: Bei einem Stromspeicher ist im Gebäude ein gewisser Platzbedarf gegeben. Auch der Wechselrichter muss untergebracht werden und eventuell ist der Zählerkasten zu vergrößern.

Welche Rolle die allgemeinen Vor- und Nachteile für Ihre konkrete Situation spielen, muss immer individuell beurteilt werden.

Kosten einer Photovoltaik-Anlage

Die Kosten einer PV-Anlagen hängen davon ab, ob sie am Dach oder einer Freifläche angebracht wird. Je größer die Anlage, desto höher sind selbstverständlich die Kosten. Der Installationsaufwand kann je nach Gebäude deutlich unterschiedlich ausfallen. Eine große Erleichterung ist es beispielsweise, wenn bereits eine Leerverrohrung vom Technikraum zum Dach vorhanden ist.

Die Installation sollte jedenfalls einer Fachfirma überlassen werden. Möglichst viel in Eigenleistung zu erbringen und dann nur die Abnahme durch einen Elektriker durchzuführen, ist bei einer PV-Anlage nicht zu empfehlen. Schließlich müssen nicht nur die Elektroarbeiten perfekt ausgeführt sein, sondern auch die Dachmontage muss sicher erfolgen.

Preisbeispiel: Sie besitzen ein Einfamilienhaus und möchten eine PV-Anlage mit einer Kapazität von ca. 10 kWp errichten. Zusätzlich wird ein Stromspeicher installiert, der ungefähr 10 Kilowattstunden (kWh) aufnehmen kann. Inklusive Anlieferung, Montage und Inbetriebnahme liegen die Kosten bei ca. 20.000 Euro. Hinsichtlich der Kosten gibt es regionale Unterschiede. Auch Qualitätsunterschiede bei den verwendeten Produkten und individuelle Montagekosten (z. B. Aufwand der Verkabelung im Haus) sind zu beachten. Bedenken Sie auch, eine vorhandene Blitzschutzanlage professionell mit der PV-Anlage verbinden zu lassen.

Förderungen für Photovoltaik-Anlagen in Österreich

In Österreich gibt es im Jahr 2026 Förderungen für PV-Anlagen und Stromspeicheranlagen. Die bundesweite Förderung beträgt zwischen 120 und 150 Euro pro Kilowattstunde (Speicher) bzw. pro Kilowattpeak (PV-Anlage). Je größer die Anlage, desto geringer fällt die Förderung pro kWh bzw. kWp aus.

Die Förderung wird über die ÖMAG beantragt. Es gibt vier Förder-Calls, bei denen jeweils Millionenbeträge vergeben werden. Manche Fachbetriebe übernehmen nicht nur die Installation der Anlage, sondern unterstützen auch beim Förderantrag. Die Nutzung dieser Fördermittel ist jedenfalls zu empfehlen. Privatpersonen können, wenn eine durchschnittlich große PV-Anlage mit Speicher installiert wird, tausende Euro an Förderungen erhalten.

Hinzu kommen Förderungen auf Gemeindeebene. Manche Gemeinden vergeben pauschale Förderbeträge, wenn eine PV-Anlage und/oder ein Speicher installiert werden. Es lohnt sich also, gezielt nach verschiedenen Förderquellen zu suchen, um sich eine bestmögliche Finanzierung zu sichern.

Photovoltaikanlage beim Immobilienverkauf

Wenn Sie eine Immobilie mit PV-Anlage verkaufen möchten, suchen Sie jedenfalls die Rechnung für den Bau und die Inbetriebnahme der Anlage. So sind Alter und Kapazität der Anlage ersichtlich. Für den Netzzugang stellt der Netzbetreiber eine eigene Bestätigung aus. Wenn Sie diese ebenfalls aufbewahrt haben, ist das vorteilhaft. Jedenfalls vorhanden sein, sollten Abrechnungen der letzten Jahre. So ist ersichtlich, wie viel Strom erzeugt wurde und welcher Anteil ins Netz eingespeist wurde. Das alles wirkt positiv auf den Verkaufsablauf.

Speziell bei älteren Anlagen kann ein Elektriker prüfen, welche Leistungsfähigkeit diese noch haben. Typischerweise lässt die Effizienz der Anlage auch über Jahre hinweg nur geringfügig nach. Eine Nutzungsdauer von 20-30 Jahre ist zu erwarten.

Eine Photovoltaik-Anlage beim Immobilienverkauf ist ein Vorteil. Wenn zusätzlich ein Stromspeicher vorhanden ist, stellt das einen weiteren Pluspunkt dar. Wichtig ist die professionelle Installation der Anlage. Bastel-Lösungen und selbst gebaute Konstruktionen sind hingegen nicht gerne gesehen.


Veröffentlicht am 09.03.2026

Hinweis zu Rechtsthemen: Sämtliche Texte wurden aufwendig recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Wir können trotzdem keine Garantie für die Korrektheit, Aktualität oder Vollständigkeit der präsentieren Informationen gewähren. Bitte wenden Sie sich bei Rechts- und Steuerfragen stets an einen fachkundigen Anwalt oder Steuerberater.



Alle Themenbereiche

Suchfunktion

Immer informiert sein!

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht weitergegeben. Kein Spam-Versand. Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen.

Hinweis

Die hier veröffentlichten Informationen sind gut recherchiert. Sie können aber trotz großer Sorgfalt lückenhaft, veraltet oder fehlerhaft sein und ersetzen keine individuelle Beratung durch zum Beispiel Steuerfachleute oder Anwälte. Bitte wenden Sie sich mit individuellen Fragen an entsprechende Fachleute.