Infos zum Klimaaktiv-Gebäudestandard
Der Klimaaktiv-Gebäudestandard wird in Gold, Silber und Bronze vergeben. Spannend ist er vor allem für Investoren und all jene, denen nachhaltige Wohnformen besonders wichtig sind. Wir fassen für Sie das Wesentliche zu diesem Thema für Sie zusammen.
Wie erhalten Gebäude den Klimaaktiv-Gebäudestandard?
Für die Beurteilung einer Immobilie gibt es einen Katalog an Erfordernissen, die verpflichtend erfüllt sein müssen, damit der Bronze-Standard erreicht wird. Für Silber und Gold muss dabei jeweils eine bestimmte Mindestpunkteanzahl erreicht werden.
Bei der Bewertung fließt ein breites Spektrum an Faktoren ein. Dazu zählen z. B. Werte des Energieausweises (z. B. der Heizwärmebedarf), aber auch die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Nahversorgern. Die verwendeten Baumaterialien spielen ebenfalls eine Rolle. So darf beispielsweise kein PVC-Boden verlegt werden.
Damit der Klimaaktiv-Standard vergeben wird, muss online ein Antrag gestellt werden. Anschließend werden die eingereichten Unterlagen geprüft und es wird festgestellt, welcher Standard tatsächlich erfüllt wird.
Klimaaktiv-Standard: beschleunigte Abschreibung
Normalerweise gilt für Wohngebäude ein Abschreibungssatz von 1,5 % pro Jahr. Dadurch verringert sich die Steuerlast für Vermieter. Erfüllt ein Gebäude den Klimaaktiv-Standard und wurde es zwischen 1.1.2024 und 31.12.2026 fertiggestellt, so darf die Abschreibung in dreifacher Höhe angesetzt werden. Sie liegt somit bei 4,5 % und wird daher auch als „Turbo-Abschreibung“ bezeichnet. Dieser erhöhte Wert gilt für drei Jahre.
Effekte auf den gesamten Immobilienmarkt
Die Folge: Investoren verringern ihre Steuerlast unmittelbar nach dem Investment deutlich. Dadurch entsteht ein Anreiz, hochwertige Neubauwohnungen zu erwerben. Diese sind in der Anschaffung teurer als gebrauchte Neubauwohnungen. Durch die Steuerersparnis kann sich ein höherer Anschaffungswert jedoch rechnen.
Der Klimaaktiv-Standard erreicht damit mehrere Effekte:
- Bauträger können moderne, zertifizierte Neubauten hochpreisiger anbieten. Sie haben dadurch einen Anreiz, zeitgemäß und ökologisch sinnvoll zu bauen. So etabliert sich mittel- bis langfristig ein qualitativ gutes Bau-Niveau.
- Investoren sind bereit, höhere Kosten zu tragen, da sie dafür mit der beschleunigten Abschreibung belohnt werden. Sie haben dadurch einen Anreiz, einen modernen Neubau zu erwerben statt z. B. unsanierte Wohnungen aus den 70er-Jahren, die auch frei vermietbar wären.
- Private profitieren von der hohen Wohnqualität, die in diesen hochwertigen Immobilien gegeben ist. Hinzu kommen meist sehr geringe Nebenkosten, da die Gebäude effizient und energiesparend geplant sein müssen.
Die Einführung des Klimaaktiv-Standards ging in Österreich daher kaum mit Kritik einher. Die Maßnahme soll die Bauwirtschaft ankurbeln und den Wohnungsmarkt stützen. Gleichzeitig fließen ökologische Aspekte mit ein.
Teilweise finanziert sich die Maßnahme aus staatlicher Sicht selbst: Es entstehen zwar Kosten, da die Steuerlast in den ersten drei Jahren geringer ist. Dafür sind die Kaufpreise der Immobilien höher – und somit auch die dabei anfallenden Nebenkosten wie z. B. die Grunderwerbssteuer.
Gut zu wissen: Unter dem Motto „Klimaaktiv“ gibt es auch andere Förderungen für Privatpersonen. Dazu zählen beispielsweise der Sanierungsbonus 2026, der auch für selbst genutzte Immobilien beantragt werden kann.
Hinweis zu Rechtsthemen: Sämtliche Texte wurden aufwendig recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Wir können trotzdem keine Garantie für die Korrektheit, Aktualität oder Vollständigkeit der präsentieren Informationen gewähren. Bitte wenden Sie sich bei Rechts- und Steuerfragen stets an einen fachkundigen Anwalt oder Steuerberater.
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